Die Hits der Stunde
Lange Zeit habe ich mich gegrämt, ich lag unter dem Bett, ging nicht ans Telefon, öffnete nicht die Tür und weinte bittere Tränen der Verzweifelung. Doch jetzt ist mir klar geworden: Es ist gar nicht so schlimm, wenn auf einem Weblog über eine lange Zeit nichts steht. Denn Weblogs sind so wie die Alien-Eier aus den Alien-Filmen mit Sigourney Weaver: Viele Jahre lang können sie still und nutzlos herumliegen, um dann im richtigen Moment aufzubrechen und ein schleimiges Wesen freizugeben, dass dem nächstbesten Menschen ins Gesicht springt und ihm die Kehle zuschnürt.
Na gut, vielleicht ist das nicht der beste Vergleich. Sagen wir lieber, Weblogs sind wie eine schöne Bar: Früher ist man oft hingegangen, der Wirt kannte einen mit zweitem Vornamen und der Schnaps floss fröhlich wie ein Schweizer Bergbach. Wer ein Freund war, den brachte man mit in die Bar, und wer in der Bar war, der war ein Freund. Jetzt aber, da wollte man auch mal ein paar andere Ecken sehen. Über die alte Bar unterhält man sich nur noch in Sätzen, die zwischen Nostalgie und Langeweile changieren: "Ach ja, damals, aber heute, na ja." Aber es kommt der Tag, er kam ja immer wieder, an dem die Bar zu neuem Leben erwacht. Dann ist man wieder da und alle anderen auch, voll ist es und laut und Nostalgie und Langeweile tanzen zusammen auf dem Tisch zu den Hits der Stunde.
Ja, so wird es sein und deswegen krieche ich nun unter dem Bett hervor, mache ein paar Telefonanrufe und reiße die Tür weit auf, dass der Winterfön die bitteren Tränen trockne.
Na gut, vielleicht ist das nicht der beste Vergleich. Sagen wir lieber, Weblogs sind wie eine schöne Bar: Früher ist man oft hingegangen, der Wirt kannte einen mit zweitem Vornamen und der Schnaps floss fröhlich wie ein Schweizer Bergbach. Wer ein Freund war, den brachte man mit in die Bar, und wer in der Bar war, der war ein Freund. Jetzt aber, da wollte man auch mal ein paar andere Ecken sehen. Über die alte Bar unterhält man sich nur noch in Sätzen, die zwischen Nostalgie und Langeweile changieren: "Ach ja, damals, aber heute, na ja." Aber es kommt der Tag, er kam ja immer wieder, an dem die Bar zu neuem Leben erwacht. Dann ist man wieder da und alle anderen auch, voll ist es und laut und Nostalgie und Langeweile tanzen zusammen auf dem Tisch zu den Hits der Stunde.
Ja, so wird es sein und deswegen krieche ich nun unter dem Bett hervor, mache ein paar Telefonanrufe und reiße die Tür weit auf, dass der Winterfön die bitteren Tränen trockne.
larsweisbrod - Interna - 16. Jan, 03:55

Die neunte Ausgabe des EXOT, der Zeitschrift für komische Literatur, ist nun da, genauer gesagt liegt sie noch irgendwo in Bonn im EXOT-Redaktionsgebäude. Diesmal freuen wir uns ganz besonders und spüren schon ein Kribbeln in den Fingern, weil wir die lang ersehnte, geradezu legendäre "Neun" endlich selbst in den Händen halten wollen. Zum ungefähr tausendsten Mal werden wir dann die darin abgedruckten Texte lesen, die jedes Mal noch lustiger sind als zuvor, darunter unter anderem Nadjas Smashhit "Ich hasse dich, aber nur so halb", eine von mir exklusiv verfasste (im Sinne von: bei der SZ abgelehnte) CD-Rezension und die folgenden Schmuckstücke:

