Vom Zauber des Übriggebliebenseins
Es gibt schreckliche Wörter, Wörter, die unsere Welt und das menschliche Tun und Lassen im allerübelsten Schummerlicht ercheinen lassen. Vermutlich stammen diese Wörter von zynischen, verbitterten Menschen, denen als Kind einmal ihr Schlüssel in die Gulli gefallen ist und die ob dieses Erlebnisses allem und jeden den inneren Krieg erklärt haben. Ein besonders schreckliches ihrer Wörter ist "Resteficken". Mit "Resteficken" meinen sie das Aufeinandertreffen und Mitnachhausenehmen von Menschen zu sehr später (also früher) Stunde. Die Schlüssel-in-den-Gulli-Fallenlasser gehen davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt eine gewisse Hysterie heimlicher Gast jedes Beisammenseins wird und diese Hysterie wiederum veranlasse die Übriggebliebenen und Einsamen, die bisher niemanden abbekommen haben, alle Ansprüche fallen zu lassen und mitzunehmen, was sie kriegen können. Nämlich den Rest.
So sagen es die Gullimenschen und an uns, den Verschontgebliebenen, ist es ihnen zu antworten: Was für eine schreckliche, was für eine grundfalsche Ansicht!
Wie mürbe muss die Resteficker-Sager ihr innerer Krieg gemacht haben, dass sie nicht mehr empfangsbereit sind für den, ja genau, Zauber des Übriggebliebenseins? Zum letzten Rest zu gehören, ob in der Butzenscheibeneckkneipe oder auf der Turnhallenbank, gehört schließlich zu den schönsten Erfahrungen, die zwischen Kreißsaal und Aussegnungshalle auf uns warten. Und welch besondere Glück erst, wenn man diese Erfahrung auch noch teilen darf mit einem Mitglied des anderen Geschlechts - oder des gleichens, was der Rest eben noch hergibt. Gustav Gans zu sein, der um ein Uhr die Ballkönigin mit nach Hause nimmt, muss in etwa so langweilig sein wie ein Tennisspiel gegen jemanden ohne Arme. Morgens um fünf hingegen noch jemanden zu finden, der einen wenigstens dunkel und abstrakt an Scarlett Johansson erinnert, das ist Glück, höchstens vergleichbar mit einem spielentscheinende Elfmeter in der 90. Minute, auf umgepflügten Rasen, der die Zuschauer dazu bringt, die Stadionsitze herauszureißen. Da würde doch auch niemand von "Restetoren" sprechen.
Angesichts dessen fordere ich: Das schreckliche Wort muss durch ein schöneres ersetzt werden! Weil wir mit unseren Ideen aber ökonomisch umzugehen haben und im Gegensatz zu anderen keine Scheu vor der englischen Sprache besitzen, schlage ich als Ersatz einen bereits existierenden Ausdruck vor, den ich aus einem Lied der Weakerthans entlehnt habe: "Resteficken" soll ab sofort und für alle Zeiten nicht mehr "Resteficken" heißen, sondern, der Schönheit des Gegenstandes viel entsprechender, "last call for happiness". Ich bitte um zügige Umsetzung dieses Vorschlags, auch unter Menschen, denen als Kind ein Schlüssel in den Gulli gefallen ist.
So sagen es die Gullimenschen und an uns, den Verschontgebliebenen, ist es ihnen zu antworten: Was für eine schreckliche, was für eine grundfalsche Ansicht!
Wie mürbe muss die Resteficker-Sager ihr innerer Krieg gemacht haben, dass sie nicht mehr empfangsbereit sind für den, ja genau, Zauber des Übriggebliebenseins? Zum letzten Rest zu gehören, ob in der Butzenscheibeneckkneipe oder auf der Turnhallenbank, gehört schließlich zu den schönsten Erfahrungen, die zwischen Kreißsaal und Aussegnungshalle auf uns warten. Und welch besondere Glück erst, wenn man diese Erfahrung auch noch teilen darf mit einem Mitglied des anderen Geschlechts - oder des gleichens, was der Rest eben noch hergibt. Gustav Gans zu sein, der um ein Uhr die Ballkönigin mit nach Hause nimmt, muss in etwa so langweilig sein wie ein Tennisspiel gegen jemanden ohne Arme. Morgens um fünf hingegen noch jemanden zu finden, der einen wenigstens dunkel und abstrakt an Scarlett Johansson erinnert, das ist Glück, höchstens vergleichbar mit einem spielentscheinende Elfmeter in der 90. Minute, auf umgepflügten Rasen, der die Zuschauer dazu bringt, die Stadionsitze herauszureißen. Da würde doch auch niemand von "Restetoren" sprechen.
Angesichts dessen fordere ich: Das schreckliche Wort muss durch ein schöneres ersetzt werden! Weil wir mit unseren Ideen aber ökonomisch umzugehen haben und im Gegensatz zu anderen keine Scheu vor der englischen Sprache besitzen, schlage ich als Ersatz einen bereits existierenden Ausdruck vor, den ich aus einem Lied der Weakerthans entlehnt habe: "Resteficken" soll ab sofort und für alle Zeiten nicht mehr "Resteficken" heißen, sondern, der Schönheit des Gegenstandes viel entsprechender, "last call for happiness". Ich bitte um zügige Umsetzung dieses Vorschlags, auch unter Menschen, denen als Kind ein Schlüssel in den Gulli gefallen ist.
larsweisbrod - Brandneue Redewendungen - 12. Okt, 15:47
