Unsachkundige Bemerkungen zum Audi A4 Avant 2,0 TDI
Als Gefahrenquelle für den Straßenverkehr unterschätzt wurde bisher die Fahrzeitprognose der Navigationssysteme. Die kleine Anzeige, die wissen lässt, wieviele Stunden und Minuten es noch dauert, bis man sein Ziel erreicht hat, fordert den Fahrer geradezu heraus. Ankunft um 22.30 Uhr? Ich schaff es um Punkt zehn. Und die Anzeige spielt das Spielchen natürlich mit, um den Fahrer noch heißer zu machen: Jedes schnelle Fahrmanöver belohnt sie mit einer Korrektur der berechneten Ankunftszeit, für jedes langsame Rollen durch eine Baustelle schlägt sie Strafminuten drauf. Autofahren wird mit der Fahrzeitprognose zu einem einzigen Kampf gegen die Anzeige, zu einem verführerischen Wettrennen mit sich selbst. Bald wird es Tote geben.
Ich selbst pflege natürlich einen höflichen Fahrstil. Niemals würde ich auf der linken Spur einen langsameren Fahrer vor mir drängeln, auszuweichen, egal, wie langsam er auch sein mag. Denn ich weiß aus persönlicher Erfahrung, wie es ist, mit antriebsschwachen Kleinwagen ins Feindesland Autobahn einzudringen. In den seltenen Fällen, in denen mir ein Mietwagen zur Verfügung steht, übe ich mich daher in Zurückhaltung. Nichts wäre unsympathischer und unaufgeklärter, als alle Moral fallen zu lassen, sobald man vom Sklavenauto ins Herrscherauto umgestiegen ist. Erst recht, wenn es nicht einmal ein richtiges Herrscherauto ist.
Ich spreche in diesem Fall allerdings aus einer privilegierten Position heraus, denn das Moralische ist mir, welch schöner Zufall, auch das Angenehme: Schnelles Fahren fordert meine Konzentration in höchstem Maße heraus und strengt mich an. Daher bin ich jedem Nissan Micra vor mir dankbar für das willkommene Geschenk einer Pause, so wie Max Goldt es roten Fußgängerampeln ist. "Ich kann ja nichts dafür, ich würde ja gerne schnell fahren, aber der vor mir ist halt so langsam", sage ich dann in Gedanken zu dem Drängler im Rückspiegel, während ich mit gebührendem Abstand dem Micra hinterhertuckere. Dass mir die Pause willkommen ist, verschweige ich ihm einfach. Selbst in Gedanken muss ja nicht jeder alles wissen.
Bei meinem Mietwagen handelte es sich um einen Audi A4 Avant 2,0 TDI. Insgesamt war es ein gutes Auto: Es hatte vier Reifen und ein Lenkrad, war schwarz und alle Türen ließen sich problemlos öffnen und schließen. Mir bleibt abschließend nur die mangelnde Verarbeitung der Fahrertürinnenseite zu loben, die im Zusammenspiel mit dem ordentlichen Wumms der Boxen und den Balance-Einstellungen des Vormieters ganz wunderbar vibriert und rüttelt, selbst bei wenig basslastigen Roxy-Music-Songs und "I kissed a girl" von Katy Perry.
Ich selbst pflege natürlich einen höflichen Fahrstil. Niemals würde ich auf der linken Spur einen langsameren Fahrer vor mir drängeln, auszuweichen, egal, wie langsam er auch sein mag. Denn ich weiß aus persönlicher Erfahrung, wie es ist, mit antriebsschwachen Kleinwagen ins Feindesland Autobahn einzudringen. In den seltenen Fällen, in denen mir ein Mietwagen zur Verfügung steht, übe ich mich daher in Zurückhaltung. Nichts wäre unsympathischer und unaufgeklärter, als alle Moral fallen zu lassen, sobald man vom Sklavenauto ins Herrscherauto umgestiegen ist. Erst recht, wenn es nicht einmal ein richtiges Herrscherauto ist.
Ich spreche in diesem Fall allerdings aus einer privilegierten Position heraus, denn das Moralische ist mir, welch schöner Zufall, auch das Angenehme: Schnelles Fahren fordert meine Konzentration in höchstem Maße heraus und strengt mich an. Daher bin ich jedem Nissan Micra vor mir dankbar für das willkommene Geschenk einer Pause, so wie Max Goldt es roten Fußgängerampeln ist. "Ich kann ja nichts dafür, ich würde ja gerne schnell fahren, aber der vor mir ist halt so langsam", sage ich dann in Gedanken zu dem Drängler im Rückspiegel, während ich mit gebührendem Abstand dem Micra hinterhertuckere. Dass mir die Pause willkommen ist, verschweige ich ihm einfach. Selbst in Gedanken muss ja nicht jeder alles wissen.
Bei meinem Mietwagen handelte es sich um einen Audi A4 Avant 2,0 TDI. Insgesamt war es ein gutes Auto: Es hatte vier Reifen und ein Lenkrad, war schwarz und alle Türen ließen sich problemlos öffnen und schließen. Mir bleibt abschließend nur die mangelnde Verarbeitung der Fahrertürinnenseite zu loben, die im Zusammenspiel mit dem ordentlichen Wumms der Boxen und den Balance-Einstellungen des Vormieters ganz wunderbar vibriert und rüttelt, selbst bei wenig basslastigen Roxy-Music-Songs und "I kissed a girl" von Katy Perry.
larsweisbrod - Mythos und Technik - 31. Aug, 01:14
