Susan Atwell
Es gibt unter den Fernsehwerbungsdialogen Perlen, die man noch einmal niederschreiben muss, damit sie ihre volle Schönheit entfalten. Eine solche Perle ist Susan Atwells Telefongespräch mit ihrer Mutter, das als dramaturgisches Gerüst für einen Haarpflegeproduktspot dient. Der Dialog geht so:
Susan Atwell: "Hallo Mama!"
Susan Atwells Mutter: "Wie geht es dir?"
Susan Atwell: "Glänzend. Wie meinem frisch blondierten Haar."
Nur kurzsichtige und zynische Menschen würdem dem Dialog vorwerfen, schon nach wenigen Sätzen ins Unrealistische abzudriften. Im Hause der Atwells ist es, wie Kenner wissen, seit Generationen gang und gäbe, Fragen nach dem Befinden mit Bildern aus dem Haarpflegeproduktbereich zu beantworten. Dass Susan Atwell nicht sagt "Mir geht es so, wie mein frisch blondiertes Haar aussieht, nämlich glänzend", sondern ihre Haare personalisiert und ihnen ebenfalls einen glänzenden Gemütszustand unterstellt, lässt das Bild keineswegs schief werden. Es handelt sich dabei vielmehr um ein 1-A rhetorisches Stilmittel.
Folgendermaßen spinnt sich der Dialog zwischen Mutter und Tochter fort:
Susan Atwells Mutter: "Aber wird es nicht strohig?" (sie meint das Haar)
Susan Atwell (fasst ein strohiges Gebilde an, das aus irgendeinem Grund in ihrer Wohnung steht): "Aber nein, ich benutze doch ein bestimmtes Haarpflegeprodukt."
Ich kann den Namen des bestimmten Haarpflegeprodukts hier leider nicht nennen, denn ich habe ihn vergessen. Das Wort "strohig" ist mir jedoch sehr gut in Erinnerung geblieben, obwohl es vermutlich außerhalb von Haarpflegeproduktwerbungen nicht vorkommt. Es gibt nichts außer Haarpflegeproduktwerbungshaare, über das sich sinnvoll sagen ließe, es sei strohig. Nicht einmal über Stroh! Man stelle sich nur einmal folgenden Dialog zwischen Susan Atwell und ihrer Mutter vor:
Susan Atwell: "Oh, dieses Stroh, wie strohig es doch ist!"
Susan Atwells Mutter: "Ja, mein Kind, da hast du wirklich recht. Dieses Stroh ist tatsächlich außergewöhnlich strohig."
Susan Atwell: "Es ist vermutlich das strohigste Stroh der Welt, auch wenn man mit solchen Superlativen bekanntlich vorsichtig sein sollte, gerade auch in Mutter-Tochter-Dialogen."
Nein, ein solches Gespräch kann man sich nicht vorstellen, selbst im Hause Atwell nicht. Andererseits liegt vieles, was diese Familie betrifft im Dunkeln, und manches scheint möglich. Woher stammt zum Beispiel das strohige Gebilde in Susan Atwells Wohnung? Und existiert ihre Mutter tatsächlich oder handelt es sich bei ihr um eine typische Prominenten-Fernsehwerbungsmutter, die unsichtbar ist und nur als Telefonstimme auftritt? Wir müssten dann davon ausgehen, dass Susan Atwell mutterlos zur Welt gekommen ist, als Borgdrone "Sieben von Neun" in einem anonymen Borgbrutkasten. Wünschen wollen wir es ihr natürlich nicht. Lieber hoffen wir gemeinsam, dass Susan Atwells Mutter mehr als nur eine Telefonstimme ist und ihre Tochter in tatsächlich vorhandene, liebende Arme nehmen kann, sollte es ihr einmal nicht so glänzend gehen, wie ihr Haar aussieht.
Susan Atwell: "Hallo Mama!"
Susan Atwells Mutter: "Wie geht es dir?"
Susan Atwell: "Glänzend. Wie meinem frisch blondierten Haar."
Nur kurzsichtige und zynische Menschen würdem dem Dialog vorwerfen, schon nach wenigen Sätzen ins Unrealistische abzudriften. Im Hause der Atwells ist es, wie Kenner wissen, seit Generationen gang und gäbe, Fragen nach dem Befinden mit Bildern aus dem Haarpflegeproduktbereich zu beantworten. Dass Susan Atwell nicht sagt "Mir geht es so, wie mein frisch blondiertes Haar aussieht, nämlich glänzend", sondern ihre Haare personalisiert und ihnen ebenfalls einen glänzenden Gemütszustand unterstellt, lässt das Bild keineswegs schief werden. Es handelt sich dabei vielmehr um ein 1-A rhetorisches Stilmittel.
Folgendermaßen spinnt sich der Dialog zwischen Mutter und Tochter fort:
Susan Atwells Mutter: "Aber wird es nicht strohig?" (sie meint das Haar)
Susan Atwell (fasst ein strohiges Gebilde an, das aus irgendeinem Grund in ihrer Wohnung steht): "Aber nein, ich benutze doch ein bestimmtes Haarpflegeprodukt."
Ich kann den Namen des bestimmten Haarpflegeprodukts hier leider nicht nennen, denn ich habe ihn vergessen. Das Wort "strohig" ist mir jedoch sehr gut in Erinnerung geblieben, obwohl es vermutlich außerhalb von Haarpflegeproduktwerbungen nicht vorkommt. Es gibt nichts außer Haarpflegeproduktwerbungshaare, über das sich sinnvoll sagen ließe, es sei strohig. Nicht einmal über Stroh! Man stelle sich nur einmal folgenden Dialog zwischen Susan Atwell und ihrer Mutter vor:
Susan Atwell: "Oh, dieses Stroh, wie strohig es doch ist!"
Susan Atwells Mutter: "Ja, mein Kind, da hast du wirklich recht. Dieses Stroh ist tatsächlich außergewöhnlich strohig."
Susan Atwell: "Es ist vermutlich das strohigste Stroh der Welt, auch wenn man mit solchen Superlativen bekanntlich vorsichtig sein sollte, gerade auch in Mutter-Tochter-Dialogen."
Nein, ein solches Gespräch kann man sich nicht vorstellen, selbst im Hause Atwell nicht. Andererseits liegt vieles, was diese Familie betrifft im Dunkeln, und manches scheint möglich. Woher stammt zum Beispiel das strohige Gebilde in Susan Atwells Wohnung? Und existiert ihre Mutter tatsächlich oder handelt es sich bei ihr um eine typische Prominenten-Fernsehwerbungsmutter, die unsichtbar ist und nur als Telefonstimme auftritt? Wir müssten dann davon ausgehen, dass Susan Atwell mutterlos zur Welt gekommen ist, als Borgdrone "Sieben von Neun" in einem anonymen Borgbrutkasten. Wünschen wollen wir es ihr natürlich nicht. Lieber hoffen wir gemeinsam, dass Susan Atwells Mutter mehr als nur eine Telefonstimme ist und ihre Tochter in tatsächlich vorhandene, liebende Arme nehmen kann, sollte es ihr einmal nicht so glänzend gehen, wie ihr Haar aussieht.
larsweisbrod - Fernsehen - 16. Jul, 22:43

was die mütterliche telefonstimme betrifft: bevor susan atwell für dieses bestimmte haarpflegeprodukt telefonierte, war es iris berben, deren mutter sich über ihr befinden und das ihrer frisch colorierten haare sorgte. und wenn mich meine erinnerung nicht völlig täuscht, handelte es sich um die gleiche mütterliche telefonstimme wie jetzt bei susan atwell. dann wären susann und iris die töchter der gleichen mütterlichen telefonstimme...
naja, soviel dazu.
p.s.: das verzerrte codewort "irres" passt an dieser stelle auch ganz gut^^