Luxusprobleme
Irgendwann, noch zu Schulzeiten, da wünschte man sich ein einsvierzig breites Bett. Und dann schlief man in der Nacht zum Tag nach dem Geburtstag in dem einsvierzig großen Bett unter der einsfünfunddreißig großen Bettwäsche und fühlte rechts und links eine gewissen Nacktheit, die man über die Jahre durch Gewohnheit auszublenden verstand. "Lieber dran gewöhnen und ausblenden, als sich auch noch eine einsfünfundfünfzig große Bettdecke mit einem einsfünfundfünzig großen Bezug und einem zweiten einsfünfundfünzig großen Bezug zum Wechseln zu wünschen." dachte man sich da, denn man wollte den Schenkenden ja nicht noch mehr Mühe bereiten als ein Bett tragen und aufbauen, das war doch schon Mühe genug. Und als einem eines Tages der Zufall eine einsfünfundfünzig große Bettdecke mitsamt Bezug zum Aufziehen und Bezug zum Wechseln in die Hände und auf den ruhenden Körper spielte, da hatte man sich so sehr an die nackten Seiten des Bettes gewöhnt, dass man in den ersten Nächten das Gefühl hatte, man läge unter der alten Decke und diese widerum läge quer und man konnte bloß einschlafen, weil man sich wiederholt sagte, dass dies wirklich ein absolutes Luxusproblem sei.
nadjaschlueter - Konsum ist eine Lösung - 25. Jun, 13:45
