Deutschland vom Netz
Endlich wieder gute Nachrichten. „Diesen 15 Städten droht das Fernverkehrs-Aus“ titelt Spiegel Online und der geneigte Leser ruft euphorisch: „Zurecht!“ Eine Unternehmensberatung hat im Auftrag von Bundesländern und Kommunen eine Studie zum Börsengang der Bahn angefertigt. Erfreuliches Ergebnis: Um die Gewinnerwartungen zu erfüllen, werde die Bahn auch einige Fernverkehrshalte aufgeben: „Darunter etwa Potsdam, Trier, Konstanz, Gießen oder Paderborn.“ So schlecht kann Börsengang, Globalisierung und Kapitalismus im Allgemeinen also nicht sein, wenn nun die zahllosen Rufe der Kunden nicht mehr ungehört verhallen. „Nehmt Trier endlich vom Netz“, deklamieren sie schon seit Jahren und: „Kein überflüssiger Halt mehr zwischen Kassel und Hildesheim!“ Auch die Städtenamen Halle, Cottbus, und Marburg wird laut Gutachten in wenigen Jahren niemand mehr auf Fernverkehrszügen lesen müssen.
Die Bahn allerdings gibt sich gewohnt bescheiden und dementiert: „Ohne jeden Grund werden Reisende und politisch Verantwortliche verunsichert.“ Aber ist es nicht in Wirklichkeit eher verunsichernd, dass Orte wie Emden und Flensburg, Kempten und Konstanz bisher noch ans Fernverkehrsnetz angeschlossen waren? Wer will da überhaupt hin? Und warum? Sollten nicht überflüssige Bundesländer wie Sachsen-Anhalt gleich ganz von der Außenwelt abgeschnitten werden? Wieso überhaupt so viele Bahnlinien und Haltestellen? Unser Vorschlag: Alle Städte vom Netz und nur noch zwei Strecken, die reichen dicke: eine zwischen München und Hamburg und eine zwischen Berlin und Frankfurt. Für Reisende, die von Berlin nach Hamburg oder von München nach Frankfurt wollen, sagt der Schaffner durch, sobald der Rendezvouspunkt erreicht ist, dort kann man dann auf den anderen Zug aufspringen. Wem das zu viel Mühe ist, der soll doch mal darüber nachdenken, was er überhaupt woanders will und einfach zuhause bleiben.
Die Bahn allerdings gibt sich gewohnt bescheiden und dementiert: „Ohne jeden Grund werden Reisende und politisch Verantwortliche verunsichert.“ Aber ist es nicht in Wirklichkeit eher verunsichernd, dass Orte wie Emden und Flensburg, Kempten und Konstanz bisher noch ans Fernverkehrsnetz angeschlossen waren? Wer will da überhaupt hin? Und warum? Sollten nicht überflüssige Bundesländer wie Sachsen-Anhalt gleich ganz von der Außenwelt abgeschnitten werden? Wieso überhaupt so viele Bahnlinien und Haltestellen? Unser Vorschlag: Alle Städte vom Netz und nur noch zwei Strecken, die reichen dicke: eine zwischen München und Hamburg und eine zwischen Berlin und Frankfurt. Für Reisende, die von Berlin nach Hamburg oder von München nach Frankfurt wollen, sagt der Schaffner durch, sobald der Rendezvouspunkt erreicht ist, dort kann man dann auf den anderen Zug aufspringen. Wem das zu viel Mühe ist, der soll doch mal darüber nachdenken, was er überhaupt woanders will und einfach zuhause bleiben.
larsweisbrod - prossima fermata - 11. Apr, 19:31
