Wir sind nur die Beobachter
Wir sind nur die Beobachter. Das ist nicht so schlimm, wir sind das ganz gern. Wir können ja auch nichts anderes. Aber man muss es einmal sagen: Wir sind nur die Beobachter. Wir sind keine Persönlichkeiten. Einer von uns, ein Mynheer Peeperkorn? Nicht im Traum! Wir sind keine Alkoholiker, wir sind keine Soldaten, wir sind kein Liebespaar, wir sind keine Kapitäne und erst recht keine Bauarbeiter. Wir können nur beobachten und wenn wir so tun, als sei das doch auch etwas, dann werden wir bloß zu Beobachtern der Beobachtung oder zu Beobachtern der Beobachtung der Beobachtung. Wer will das schon? Es ist manchmal nicht leicht, nur Beobachter zu sein. Man wäre auch gerne mal auf der anderen Seite, hinter der Plexiglaswand, am Boden der Petrischale. Jeder Forscher wäre gerne einmal irgendwas, das es zu erforschen gilt. Aber wer erforscht schon Forscher? Die Wissenschaftssoziologie vielleicht. Das ist's, was wir sind, wenn wir so tun, als sei Beobachtung auch etwas: blöde, langweilige Wissenschaftssoziologie. Jeder Forscher wäre gern einmal etwas, das es zu erforschen gilt, aber etwas Richtiges, nicht bloß Forscher. Der Astronom wäre gern ein pulsierender Pulsar am Nachthimmel oder in den Daten seines Radioteleskops, der Arzt wäre gern ein Keim, der herumkeimt, und der Philologe wäre gerne ein Stück Papier. Aber man kann ja nicht immer sein, was man gerade will.
Will man es denn überhaupt? Die Sache stellt sich schließlich so dar: Wir sind die Beobachter. Warum wir es sind? Entweder weil wir nicht anders können und die Beobachtung uns versaut hat. Angefixt! Abhängig gemacht! Die Beobachtung wäre dann eine Falle, aus der man nicht mehr kommt, wenn man einmal hineingetapst ist. Aber muss man denn immer alles so negativ sehen? Hat sie es denn verdient, die gute Beobachtung, eine Falle genannt zu werden, in die man hineintapst? Was soll denn daran so toll sein, Kapitän oder Bauarbeiter zu sein? Beobachtete Bauarbeiter, die sind super, aber Bauarbeiter an sich, das sind doch langweilige Männer in blauen Latzhosen, die Häuser bauen und die Mischmaschine bedienen. Bedienen wir also die Mischmaschine der Beobachtung, weil wir es wollen, und bauen uns einen Bauarbeiter, der eine Persönlichkeit ist. Die Mischmaschine mischt drauf los und das bringt uns in eine knifflige Situation: Wir sind nur die Beobachter und entweder, es gibt nichts Besseres, als Beobachter zu sein, was schade wäre, oder es gibt etwas Besseres, aber wir können es nicht werden, was auch schade wäre. Wie muss also der Schluss lauten, der alles rettet? Wir sind gar nicht nur die Beobachter! Das gebietet allein die Logik. Wir sind Persönlichkeiten! Wir sind Mynheer Peeperkorns!
Will man es denn überhaupt? Die Sache stellt sich schließlich so dar: Wir sind die Beobachter. Warum wir es sind? Entweder weil wir nicht anders können und die Beobachtung uns versaut hat. Angefixt! Abhängig gemacht! Die Beobachtung wäre dann eine Falle, aus der man nicht mehr kommt, wenn man einmal hineingetapst ist. Aber muss man denn immer alles so negativ sehen? Hat sie es denn verdient, die gute Beobachtung, eine Falle genannt zu werden, in die man hineintapst? Was soll denn daran so toll sein, Kapitän oder Bauarbeiter zu sein? Beobachtete Bauarbeiter, die sind super, aber Bauarbeiter an sich, das sind doch langweilige Männer in blauen Latzhosen, die Häuser bauen und die Mischmaschine bedienen. Bedienen wir also die Mischmaschine der Beobachtung, weil wir es wollen, und bauen uns einen Bauarbeiter, der eine Persönlichkeit ist. Die Mischmaschine mischt drauf los und das bringt uns in eine knifflige Situation: Wir sind nur die Beobachter und entweder, es gibt nichts Besseres, als Beobachter zu sein, was schade wäre, oder es gibt etwas Besseres, aber wir können es nicht werden, was auch schade wäre. Wie muss also der Schluss lauten, der alles rettet? Wir sind gar nicht nur die Beobachter! Das gebietet allein die Logik. Wir sind Persönlichkeiten! Wir sind Mynheer Peeperkorns!
larsweisbrod - Witze, die Verwandte erzählen - 26. Feb, 01:22

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