Noch trauriger
In der letzten Nacht feierte die Strumflut von 1962 ihr sechsundvierzigjähriges Jubiläum. Falls sie noch irgendwo, z.B. in einer seltsamen Dimension oder auf der Insel der vergangenen Naturkatastrophen, existiert, hat sie wahrscheinlich eine Party geschmissen und ihre Nauturkatastrophenfreunde, irgendwelche dahergelaufenen Hurricanes und Dürren, trugen alberne Partyhüte. Ansonsten feierte natürlich niemand. Der Dokumentarfilm, der letzte Nacht auf Phoenix lief, war demnach auch alles andere als feierlich, er war sehr traurig. Eine der Überlebenden beschrieb, wie sie mit ihrere Familie auf dem Dach saß und darauf hoffte, gerettet zu werden, während um sie herum alles im Wasser versank. "Das Schaf hat noch einmal mäh gemacht und ist dann ertrunken." Sie machte eine Pause, schaute vor sich, ohne etwas anzusehen und sagte dann ganz leise "Naja, und Kaninchen sagen ja nichts." Dabei öffnete sie kaum den Mund. In dieser Situation, in dieser Erinnerung und von dieser Frau ausgesprochen war das vielleicht der traurigste Satz, der je gesagt wurde. "Naja, und Kaninchen sagen ja nichts." Fast muss man lachen und weint darum umso mehr.
nadjaschlueter - Fernsehen - 17. Feb, 15:56

Feiern