Vom Wiederkommen
Alles kommt wieder. Schlaghosen kommen wieder, Eiszeiten kommt wieder, Telefaxgeräte kommen wieder. Die Sachen verschwinden nämlich nicht für immer im Orkus der verschwunden Sachen, sondern fahren im Kreis wie Nachwuchsformel-1-Piloten, bis sie wieder in unserer Lebenswelt einschlagen. Und schwupps, eines Tages steht man nachts frierend in Schlaghosen Schlange, um das neue Faxgerät von Apple im T-Punkt zu kaufen. Aber im Gegensatz zu einer Ankunft, die im christlichen Abendland ja immer das Stigmata der besinnungslosen Freude und Besinnlichkeit trägt ("Advent, Advent, blabla brennt" usw.) , ist so eine Wiederankunft eher ein Zeichen der Resignation. Da kann der Vater des verlorenen Sohns noch so viel Tiere schlachten lassen zum großen biblischen Fest, der bittere Beigeschmack, den das alles dann für den zurückgekehrten Sohn hat, lässt sich nicht wegleugnen. Man hat's halt nicht geschafft, draußen in der Welt, den falschen Frauen und den unseriösen Investoren vertraut, und muss jetzt wieder auf Papas Kosten leben. Football's coming home, sagte Harald Schmidt einmal, klinge für ihn immer so, als käme der traurige Fußball wieder nach Hause, weil man ihn woanders nicht wollte.
Unbekannt bisher war, um endlich zu dem mehr als schmalbrüstigen Anlass dieses Textes zu gelangen, dass das Wiederkommen auch den großen politischen Begriffen wiederfährt: "Gerechtigkeit kommt wieder" lautet der schmissige Leitsatz der sozialdemokratischen Wahlkampfkampagne in Niedersachsen. Unbekannt wird es auch bleiben, denn laut aktuellen Umfragen kennen vier von fünf Niedersachsen (so nennt man die Einwohner Niedersachsens) die SPD nicht bzw. nur "vom Hörensagen". Trotzdem: Gerechtigkeit kommt wieder, das steht fest. Fraglich aber weiterhin: Wann? Und wo ist sie gewesen? Und warum wollte man sie da nicht mehr? Aber vor allem: Wird eine resignierte, gescheiterte Gerechtigkeit besser sein als eine arrogant-überhebliche? Hier muss die Niedersachsen-SPD (so nennt man die SPD in Niedersachsen) weitere Antworten liefern.
Alles komme wieder, zurück nach Hause, habe ich behauptet. Der Wahrheitsliebe der Leser geschuldet ist aber eine gewisse Einschränkung dieses Theorems: Die Kühe, die kommen nicht wieder, und erst gar nicht nach Hause. Die Kühe? Ja. Denn was sagt der Engländer in den Momenten, in denen der Deutsche vom St. Nimmerleistag spricht? "Till the cows come home". Bis die Kühe nach Hause kommen. Nämlich nie.
Unbekannt bisher war, um endlich zu dem mehr als schmalbrüstigen Anlass dieses Textes zu gelangen, dass das Wiederkommen auch den großen politischen Begriffen wiederfährt: "Gerechtigkeit kommt wieder" lautet der schmissige Leitsatz der sozialdemokratischen Wahlkampfkampagne in Niedersachsen. Unbekannt wird es auch bleiben, denn laut aktuellen Umfragen kennen vier von fünf Niedersachsen (so nennt man die Einwohner Niedersachsens) die SPD nicht bzw. nur "vom Hörensagen". Trotzdem: Gerechtigkeit kommt wieder, das steht fest. Fraglich aber weiterhin: Wann? Und wo ist sie gewesen? Und warum wollte man sie da nicht mehr? Aber vor allem: Wird eine resignierte, gescheiterte Gerechtigkeit besser sein als eine arrogant-überhebliche? Hier muss die Niedersachsen-SPD (so nennt man die SPD in Niedersachsen) weitere Antworten liefern.
Alles komme wieder, zurück nach Hause, habe ich behauptet. Der Wahrheitsliebe der Leser geschuldet ist aber eine gewisse Einschränkung dieses Theorems: Die Kühe, die kommen nicht wieder, und erst gar nicht nach Hause. Die Kühe? Ja. Denn was sagt der Engländer in den Momenten, in denen der Deutsche vom St. Nimmerleistag spricht? "Till the cows come home". Bis die Kühe nach Hause kommen. Nämlich nie.
larsweisbrod - niedliche Ansichten zur Politik - 11. Jan, 16:59
