Zum Zauberberg (I)
Auch sieben Monate würden nicht reichen, um sein Werk zu lesen, droht Thomas Mann im Vorwort an, doch bin ich immerhin schon bis zur Seite 421 vorgedrungen und werde, hochgerechnet und wenn man mir prognostizierte Schwierigkeiten einmal beiseite lässt (lange Ausführungen Naphtas zur Geschichte der Jesuiten), wohl unter dieser Zeitvorgabe bleiben. Die 421 Seiten waren nicht besonders schmerzhaft, eigentlich höchst unterhaltsam, sie erinnerten ein wenig an Harry Potter, nur das Hogwarts Berghof heißt und keine Zauberschule ist sondern ein Sanatorium. Es bleibt allerdings ein schwerer, dicker Wermutstropfen zurück: Es spielte schon vieles eine gewichtige Rolle, ein Mädchen, ein Fieberthermometer, sogar die Zeit an sich, doch ein Berg bisher noch nicht, geschweige denn einer, der zaubern könnte. Wollte Mann mit dem Titel vielleicht bloß die Vorliebe seiner Zielgruppe für Alpines und Magisches ansprechen? Alles nur kaltes Marketingkalkül? Oder kommt es doch noch ganz anders? Wir bleiben jedenfalls dran.
larsweisbrod - Ideen, die andere hatten - 16. Dez, 16:31
