Nur, weil es auf meiner Uhr kurz vor zwölf ist
Die letzte Etappe heimwärts nach einem großartigen Wochenende. Und das ist ausgerechnet die Strecke zwischen Siegburg und Bonn. Schönheit ist ganz etwas anderes.
Mir gegenüber sitzt ein Mann in einer Lufthansa-Uniform, die wie ihm an den Körper geschneidert sitzt, es wirkt, als zöge er sie niemals aus und als sei das auch gar nicht möglich. Er hat zwei große Koffer mit silberglänzenden Plaketten daran, auf denen "Lufthansa Crew-Baggage" steht und ein Namensschild mit Foto. Vom ICE-Bahnhof an über St. Augustin Mülldorf, am hässlichsten Hochhausblock der Strecke vorbei, bis zur Haltestelle St. Augustin Ort hält er sein Handy ans Ohr, schließt die Augen, lauscht anscheinend intensiv, lächelt zufrieden. Sagt aber kein Wort und klappt das Telefon schließlich zu. Sein Kopf sinkt ihm langsam in den Nacken, sein Kiefer fällt ihm hinunter, die linke Hand hängt entspannt über seinem Koffer. Fast tut er mir leid. Es ist kurz vor zwölf. Auf seiner Uhr an seinem linken Handgelenk ist es kurz vor drei. Ich überlege, wo er gewesen sein könnte. In Teheran vielleicht oder in Wolgograd. Ich komme mir auf einmal sehr klein, unwichtig und langweilg vor, nur, weil es auf meiner Uhr kurz vor zwölf ist.
Als ich später Lars davon erzähle, sagt er: "Vielleicht war es aber auch nur einer in seinem Kostüm vom 11.11., der im Suff seine Uhr verstellt hat." Ja, vielleicht. 11.11. in Siegburg oder Dienstaufenthalt in Teheran - ich frage mich kurz, was schlimmer ist, dabei ist die Antwort doch so einfach.
Mir gegenüber sitzt ein Mann in einer Lufthansa-Uniform, die wie ihm an den Körper geschneidert sitzt, es wirkt, als zöge er sie niemals aus und als sei das auch gar nicht möglich. Er hat zwei große Koffer mit silberglänzenden Plaketten daran, auf denen "Lufthansa Crew-Baggage" steht und ein Namensschild mit Foto. Vom ICE-Bahnhof an über St. Augustin Mülldorf, am hässlichsten Hochhausblock der Strecke vorbei, bis zur Haltestelle St. Augustin Ort hält er sein Handy ans Ohr, schließt die Augen, lauscht anscheinend intensiv, lächelt zufrieden. Sagt aber kein Wort und klappt das Telefon schließlich zu. Sein Kopf sinkt ihm langsam in den Nacken, sein Kiefer fällt ihm hinunter, die linke Hand hängt entspannt über seinem Koffer. Fast tut er mir leid. Es ist kurz vor zwölf. Auf seiner Uhr an seinem linken Handgelenk ist es kurz vor drei. Ich überlege, wo er gewesen sein könnte. In Teheran vielleicht oder in Wolgograd. Ich komme mir auf einmal sehr klein, unwichtig und langweilg vor, nur, weil es auf meiner Uhr kurz vor zwölf ist.
Als ich später Lars davon erzähle, sagt er: "Vielleicht war es aber auch nur einer in seinem Kostüm vom 11.11., der im Suff seine Uhr verstellt hat." Ja, vielleicht. 11.11. in Siegburg oder Dienstaufenthalt in Teheran - ich frage mich kurz, was schlimmer ist, dabei ist die Antwort doch so einfach.
nadjaschlueter - aus der Provinz - 14. Nov, 15:23

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