Walter Romberg weiß
Manchmal, wenn man an schwülen Sommertagen vor Hitze vergeht oder der Winter wiedereinmal schneematschig und trist statt puderzuckerweiß vorüberzieht, dann wünscht man sich in den hohen Norden. Dann wünscht man sich nach Norwegen, ohne ja dort gewesen zu sein. Dann möchte man Fjells durchwandern und Fjorde überblicken und alle Städte allein wegen ihrer schönen Namen besuchen.
Manchmal träumt man also solcherlei, weint schon ein wenig, schnieft leise ins Taschetuch, und dann kommt auf einmal ein Mathematiker und erzählt einem Dinge von Norwegen, durch die sich zu den Tränen der Sehnsucht noch solche der Rührung mischen. Denn Walter Romberg weiß, dass der norwegische Papa und die norwegische Mama und der norwegische Lehrer auf jegliche Repression in der Pädagogik verzichten. Auch die Osloer Stadtväter benutzen ihren Zeigefinger nicht zum Ermahnen und demnach vielleicht einfach nur zum Nasebohren oder auf-schöne-Norwegerinnen-Draufzeigen. Wenn in ihrer Stadt ständig blonde Bengels Lampen mit Steinen zertrümmern, bauen die Osloer Oberhäupter nicht etwa ein neues Jugendgefängnis oder lassen dicke Polizisten mit Schlagstöcken Wache hinter Laternenmasten stehen, sondern setzen einen eigenen Budgetposten für die Reparatur der zerworfenen Beleuchtung ein. Wenn man sie freundlich fragt, warum sie dem Wüten der Jungendlichen nicht Einhalt gebieten, dann nehmen sie den Finger aus der Nase oder legen die Gabel mit dem Walfleisch beiseite und sagen: „Als wir jung waren, taten wir das auch. Waren Sie nie jung?“
Und dann bohren oder essen sie einfach weiter, draußen klirrt das Glas, der nordische Wind pfeift um die Küste und man selbst ist schon nicht mehr da, sondern wieder daheim, in Hitze oder Schneematsch gehüllt und möchte, dass Walter Romberg einem mehr erzählt vom schönen hohen Norden, aufdass man davon träumen und es ein bisschen variieren kann.
Manchmal träumt man also solcherlei, weint schon ein wenig, schnieft leise ins Taschetuch, und dann kommt auf einmal ein Mathematiker und erzählt einem Dinge von Norwegen, durch die sich zu den Tränen der Sehnsucht noch solche der Rührung mischen. Denn Walter Romberg weiß, dass der norwegische Papa und die norwegische Mama und der norwegische Lehrer auf jegliche Repression in der Pädagogik verzichten. Auch die Osloer Stadtväter benutzen ihren Zeigefinger nicht zum Ermahnen und demnach vielleicht einfach nur zum Nasebohren oder auf-schöne-Norwegerinnen-Draufzeigen. Wenn in ihrer Stadt ständig blonde Bengels Lampen mit Steinen zertrümmern, bauen die Osloer Oberhäupter nicht etwa ein neues Jugendgefängnis oder lassen dicke Polizisten mit Schlagstöcken Wache hinter Laternenmasten stehen, sondern setzen einen eigenen Budgetposten für die Reparatur der zerworfenen Beleuchtung ein. Wenn man sie freundlich fragt, warum sie dem Wüten der Jungendlichen nicht Einhalt gebieten, dann nehmen sie den Finger aus der Nase oder legen die Gabel mit dem Walfleisch beiseite und sagen: „Als wir jung waren, taten wir das auch. Waren Sie nie jung?“
Und dann bohren oder essen sie einfach weiter, draußen klirrt das Glas, der nordische Wind pfeift um die Küste und man selbst ist schon nicht mehr da, sondern wieder daheim, in Hitze oder Schneematsch gehüllt und möchte, dass Walter Romberg einem mehr erzählt vom schönen hohen Norden, aufdass man davon träumen und es ein bisschen variieren kann.
nadjaschlueter - prossima fermata - 5. Nov, 18:26
