Es hört ja doch keiner zu
In der aktuellen Ausgabe der National Geographic Deutschland findet sich eine Liste mit vom Aussterben bedrohten Sprachen, inklusive Anzahl der Menschen, die sie noch sprechen können. Drei Sprachen sind darunter, namentlich Taushiro, Uru und Pazeh, die das traurige Schicksal erleiden müssen, von sage und schreibe noch genau einer Person gesprochen zu werden. Welch bittere Erfahrung! Darf sich überhaupt noch Sprache nennen, was nur noch ein Mensch spricht und deswegen die ureigenen Zwecken der Sprache, andere zu beleidigen, ihnen Komplimente zu machen oder über Dritte zu lästern, vollkommen verfehlt? Eine Sprache, die nur noch ein Mensch spricht: Das ist ein bischen lustig, ein bisschen niedlich und ein bisschen traurig, also nach Nadja wie eine perfekte Geschichte. Aber wem soll der einsame Sprecher sie erzählen auf Taushiro, Uru und Pazeh? Es hört ja doch keiner zu. Wikipedia-Artikel auf Taushiro, Uru und Pazeh, es wird sie wohl niemals geben.
Zum Glück spendet die Liste der vom Aussterben bedrohten Sprachen auch Trost. Denn es gibt auch zwei Sprachen, die immerhin noch von genau zwei Menschen gesprochen werden, Tinigua und Vilela (so heißen die Sprachen, nicht die Menschen - wie die heißen, steht leider nicht im Heft). Stellen wir uns vor, die beiden beiden letzten Sprecher wären jeweils ein Liebespaar! Sie hätten ihre ganz eigene Geheimsprache, in der sie sich Liebesschwüre ins Ohr flüstern und versautes Zeug mailen könnten. Schön! Da würden sich auch Wikipedia-Artikel lohnen, auf Tinigua und Vilela, denn wenn der eine nicht da ist, kann der andere schnell nachgucken, was der eine alles weiß. Nicht so schön, sondern besonders tragisch wäre natürlich, wenn es nur noch zwei Menschen gäbe, die eine Sprache sprechen, und einer wäre dann auch noch taubstumm. Hoffen wir, dass es bei den Tinigua- und Vilelasprechenden nicht so ist.
Zum Glück spendet die Liste der vom Aussterben bedrohten Sprachen auch Trost. Denn es gibt auch zwei Sprachen, die immerhin noch von genau zwei Menschen gesprochen werden, Tinigua und Vilela (so heißen die Sprachen, nicht die Menschen - wie die heißen, steht leider nicht im Heft). Stellen wir uns vor, die beiden beiden letzten Sprecher wären jeweils ein Liebespaar! Sie hätten ihre ganz eigene Geheimsprache, in der sie sich Liebesschwüre ins Ohr flüstern und versautes Zeug mailen könnten. Schön! Da würden sich auch Wikipedia-Artikel lohnen, auf Tinigua und Vilela, denn wenn der eine nicht da ist, kann der andere schnell nachgucken, was der eine alles weiß. Nicht so schön, sondern besonders tragisch wäre natürlich, wenn es nur noch zwei Menschen gäbe, die eine Sprache sprechen, und einer wäre dann auch noch taubstumm. Hoffen wir, dass es bei den Tinigua- und Vilelasprechenden nicht so ist.
larsweisbrod - Semiotik für Fortgeschrittene - 27. Sep, 19:35
