Es lag nicht an mir
Gestern vor Mitternacht gab es einen Ausfall im SMS-Netz eines großen deutschen Mobilfunkanbieters, worauf ich mit panischem Herumgetippe auf meinem Handy reagierte, bis mir die Dame der Service-Hotline mitteilte, es läge nicht an mir. Ein Stein fiel mir vom Herzen, denn wie gut ist es, zu wissen, dass es nicht an einem selbst liegt. Andere haben es verbockt, andere sollen sich den Kopf zermartern, wie sie es wieder hinbekommen. Ich kann mich zurücklehnen in der Straßenbahn, muss mich nicht kümmern und einfach warten, bis alles von selbst wieder gut wird. Ein erhabenes Gefühl.
Wobei die Dinge eigentlich auch so ganz gut lagen: ein Straßenbahnwagen voller Menschen, die genervt auf ihren Handys herumtippten, doch keiner allein, alle verbunden in ihrer gemeinsamen Einschränkung. Ein unsichtbares Band war zwischen uns, gestrickt aus dem Wissen, dass es dem anderen auch so gehe, dass es aber keinesfalls an uns läge. "Nicht Kommunikation bringt die Menschen näher zusammen, sondern der Ausfall von Kommunikation", hätte ich Nadja da gerne in einer Kurzmitteilung geschrieben, aber es ging ja nicht.
Wobei die Dinge eigentlich auch so ganz gut lagen: ein Straßenbahnwagen voller Menschen, die genervt auf ihren Handys herumtippten, doch keiner allein, alle verbunden in ihrer gemeinsamen Einschränkung. Ein unsichtbares Band war zwischen uns, gestrickt aus dem Wissen, dass es dem anderen auch so gehe, dass es aber keinesfalls an uns läge. "Nicht Kommunikation bringt die Menschen näher zusammen, sondern der Ausfall von Kommunikation", hätte ich Nadja da gerne in einer Kurzmitteilung geschrieben, aber es ging ja nicht.
larsweisbrod - Mythos und Technik - 8. Sep, 12:56
