Hallo, ich bin ein Weblogbeitrag
Riesenmaschinenlobo (Sascha) schreibt in seinem aktuellen Beitrag über ein Plakat des WWF mit dem Text: "Ich würde ja sofort etwas fürs Klima tun. Aber ich bin halt nur ein Plakat." Ein gewisses Unbehagen, dass er ob dieser Aufschrift spürt, führt ihn zur Ausrufung des Neokambrium, aber lesen Sie selbst (Link). Obwohl es schon Plakate mit schlechteren Ideen gab, können wir dieses Unbehagen nachvollziehen, bieten allerdings ein Erklärungsmodell an, das auf keine Ausrufung eines Neokambriums zurückgreifen muss, wobei wir natürlich die Ausrufung jeglicher Art von Epochen, insbesondere von Neokambria, prinzipiell befürworten.
Ungefähr seit der Veröffentlichung des Disney-Films "Der tapfere kleine Toaster", der so wenigen Menschen bekannt ist, dass er nicht mal einen eigenen deutschen Wikipedia-Eintrag vorweisen kann, herrscht in der Beschriftungsbranche ein unbedingter Trend zur Personifikation von allem. An einem Koblenzer Wohnhaus gibt es beispielsweise eine Klingel, deren Display den Gast mit den Worten "Hallo, ich bin die Klingel" begrüßt. In einem Kölner Bekleidungsgeschäft findet sich wiederum an einem Schirmständer ein Zettel mit der Aufschrift "Ich bin ein Schirmständer, kein Mülleimer", ganz abgesehen von den sich rapid vermehrenden Packstationen, die fortlaufend von sich in der ersten Person quasseln. Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir im Regionalverkehr der Aufschrift "Ich bin eine Notbremse. Wenn du mich missbrauchst, wirst du bestraft" begengen werden.
Wenn man es ganz bunt treiben will, und dafür sind wir ja schließlich da, kann man in Michael Bays neuem Blockbuster "Transformers" einen kulturellen Ausdruck dieses allgegenwärtigen Personifkationsdrangs sehen, welcher ähnliche Werke nach sich ziehen wird ("Polly Pocket", "Die Rückkehr des tapferen kleinen Toasters"), bzw. die bei bestimmten Personen auftretende Depersonifikation als Schattenseite dieser Entwicklung bezeichnen. Deren prototypische Opfer Lothar Matthäus und Oliver Kahn ("Ein Oliver Kahn tut dies nicht, ein Oliver Kahn ist niemand, der...") haben in dem mittlerweile mit press coverage zugeklatschten Königs des Popschlagers, Michael Wendler, einen würdigen Nachfolger gefunden.
Wenn jedenfalls ein eher simples Stilmittel, das lustig oder wenigstens auflockernd gemeint ist, derart penetrant Anwendung findet, dann laugt es sich schneller aus, als der tapfere kleine Toaster braucht, um zurück zu seinem Besitzer zu finden. Und Ausgelaugtes verursacht, genauso wie Ausgelutschtes oder -leiertes, unser Unbehagen.
Ungefähr seit der Veröffentlichung des Disney-Films "Der tapfere kleine Toaster", der so wenigen Menschen bekannt ist, dass er nicht mal einen eigenen deutschen Wikipedia-Eintrag vorweisen kann, herrscht in der Beschriftungsbranche ein unbedingter Trend zur Personifikation von allem. An einem Koblenzer Wohnhaus gibt es beispielsweise eine Klingel, deren Display den Gast mit den Worten "Hallo, ich bin die Klingel" begrüßt. In einem Kölner Bekleidungsgeschäft findet sich wiederum an einem Schirmständer ein Zettel mit der Aufschrift "Ich bin ein Schirmständer, kein Mülleimer", ganz abgesehen von den sich rapid vermehrenden Packstationen, die fortlaufend von sich in der ersten Person quasseln. Es wird nicht mehr lange dauern, bis wir im Regionalverkehr der Aufschrift "Ich bin eine Notbremse. Wenn du mich missbrauchst, wirst du bestraft" begengen werden.
Wenn man es ganz bunt treiben will, und dafür sind wir ja schließlich da, kann man in Michael Bays neuem Blockbuster "Transformers" einen kulturellen Ausdruck dieses allgegenwärtigen Personifkationsdrangs sehen, welcher ähnliche Werke nach sich ziehen wird ("Polly Pocket", "Die Rückkehr des tapferen kleinen Toasters"), bzw. die bei bestimmten Personen auftretende Depersonifikation als Schattenseite dieser Entwicklung bezeichnen. Deren prototypische Opfer Lothar Matthäus und Oliver Kahn ("Ein Oliver Kahn tut dies nicht, ein Oliver Kahn ist niemand, der...") haben in dem mittlerweile mit press coverage zugeklatschten Königs des Popschlagers, Michael Wendler, einen würdigen Nachfolger gefunden.
Wenn jedenfalls ein eher simples Stilmittel, das lustig oder wenigstens auflockernd gemeint ist, derart penetrant Anwendung findet, dann laugt es sich schneller aus, als der tapfere kleine Toaster braucht, um zurück zu seinem Besitzer zu finden. Und Ausgelaugtes verursacht, genauso wie Ausgelutschtes oder -leiertes, unser Unbehagen.
larsweisbrod - Brandneue Redewendungen - 4. Aug, 14:43

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