Einige Interpretationsvorschläge
Das Jahr der Geisteswissenschaften ist da. Als Annette Schawan davon gehört hat, musste sich schnell ein möglichst doofes Motto ausdenken, auf dem Klo (vermutlich) fiel ihr dann ein: „Geisteswissenschaften. Das ABC der Menschheit.“

Zugegeben: Wenn man die zugehörige Plakatreihe betrachtet, ist das Motto wenigstens nicht mehr ganz so doof (aber immer noch doof). Außerdem ergeben sich aus dem Plakattext neue Verständnisprobleme: „Was wäre der Mensch ohne Fragen? Ein Thema für die Geisteswissenschaften“ steht da, einfach so. Was soll uns das sagen?
Natürlich ist es seit Dings und Bums Herzensanliegen der Geisteswissenschaften, uns zu sagen, was es uns sagen soll, sie gibt sich also mit ihrer Werbung selber eine Aufgabe. Deswegen hier ein paar Interpretationsvorschläge, denn bei selbstreferenziellen Zirkelschlüssen sind wir natürlich immer vorne mit dabei.
„Was wäre der Mensch ohne Fragen? Ein Thema für die Geisteswissenschaften“ soll heißen:
a) Die Frage „Was wäre der Mensch ohne Fragen?“ und ihre Beantwortung ist ein Thema für die Geisteswissenschaften. Vor allem natürlich die Beantwortung, weil Fragen stellen können wir uns ja selbst, da brauchen wir die Wissenschaft nicht zu.
b) Wenn der Mensch nicht fragen würde, dann wäre er ein Thema für die Geisteswissenschaft. Da der Mensch aber nun mal blöd herumfragt und sich die Geisteswissenschaft nicht gerne mit Sachen beschäftigt, die unverschämterweise einfach zurückfragen, pfeift sie auf den Menschen und beschäftigt sich mit Büchern, denn die können nicht reden. Sollen sich doch die blöden Psychologen um den Menschen kümmern.
c) Der Mensch wäre zweifellos, also „ohne Frage“, ein Thema für die Geisteswissenschaften. Aber nur im Konjunktiv, denn es gibt ja gar keine Geisteswissenschaft, deswegen kann der Mensch auch kein Thema sein, beziehungsweise andersherum. Dass der Ausdruck „ohne Frage“ hier zu „ohne Fragen“ wird, ist Verdeutlichung der Uneingeschränktheit durch Übertreibung.
d) Der Text bedeutet nichts. Die beiden Sätze haben keinen Zusammenhang und stehen rein zufällig nebeneinander.
e) Alles zusammen.
Die richtige Auflösung und was Hans-Georg Gadamer zu den Punkten a) und b) sagen würde („Gequirlte Kacke! Hurenmist!“) erfahren wir (hoffentlich) auf den Fortsetzungsplakaten B-Z.

Zugegeben: Wenn man die zugehörige Plakatreihe betrachtet, ist das Motto wenigstens nicht mehr ganz so doof (aber immer noch doof). Außerdem ergeben sich aus dem Plakattext neue Verständnisprobleme: „Was wäre der Mensch ohne Fragen? Ein Thema für die Geisteswissenschaften“ steht da, einfach so. Was soll uns das sagen?
Natürlich ist es seit Dings und Bums Herzensanliegen der Geisteswissenschaften, uns zu sagen, was es uns sagen soll, sie gibt sich also mit ihrer Werbung selber eine Aufgabe. Deswegen hier ein paar Interpretationsvorschläge, denn bei selbstreferenziellen Zirkelschlüssen sind wir natürlich immer vorne mit dabei.
„Was wäre der Mensch ohne Fragen? Ein Thema für die Geisteswissenschaften“ soll heißen:
a) Die Frage „Was wäre der Mensch ohne Fragen?“ und ihre Beantwortung ist ein Thema für die Geisteswissenschaften. Vor allem natürlich die Beantwortung, weil Fragen stellen können wir uns ja selbst, da brauchen wir die Wissenschaft nicht zu.
b) Wenn der Mensch nicht fragen würde, dann wäre er ein Thema für die Geisteswissenschaft. Da der Mensch aber nun mal blöd herumfragt und sich die Geisteswissenschaft nicht gerne mit Sachen beschäftigt, die unverschämterweise einfach zurückfragen, pfeift sie auf den Menschen und beschäftigt sich mit Büchern, denn die können nicht reden. Sollen sich doch die blöden Psychologen um den Menschen kümmern.
c) Der Mensch wäre zweifellos, also „ohne Frage“, ein Thema für die Geisteswissenschaften. Aber nur im Konjunktiv, denn es gibt ja gar keine Geisteswissenschaft, deswegen kann der Mensch auch kein Thema sein, beziehungsweise andersherum. Dass der Ausdruck „ohne Frage“ hier zu „ohne Fragen“ wird, ist Verdeutlichung der Uneingeschränktheit durch Übertreibung.
d) Der Text bedeutet nichts. Die beiden Sätze haben keinen Zusammenhang und stehen rein zufällig nebeneinander.
e) Alles zusammen.
Die richtige Auflösung und was Hans-Georg Gadamer zu den Punkten a) und b) sagen würde („Gequirlte Kacke! Hurenmist!“) erfahren wir (hoffentlich) auf den Fortsetzungsplakaten B-Z.
larsweisbrod - Raketenwissenschaftler - 31. Jan, 20:39

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