Werbung, sag mir wieder meine Meinung
Wenn Großunternehmen Ideen des Web 2.0 für ihre Marketingstrategien benutzen - sofern denn die Ideen des Web 2.0 nicht sui generis Ideen für Marketingstragien großer Unternehmen sind -, ereifern sich Morix_ und Kleineblume15 und all die vielen anderen, die so sind wie Morix_ und Kleineblume15, mit rebellischem Pathos und moralischer Polemik darüber. Dabei übersehen sie oft das eigentliche Problem, dem viel eher mit verachtendem Desinteresse zu begegnen wäre: Solche Marketingstrategien sind meistens dermaßen langweilig, dass man unbedingt so tun muss, als würde man gerade schnarchen.
So bei der aktuellen Werbung für den neuen Volvo C30, von der man ständig gefragt wird, wie man denn das Auto nun findet: Schrecklich? Schön? Verschreckt? Verliebt? Weg damit? Her damit? Nicht nur, dass man sich darüber Gedanken machen soll, nein, man soll die Gedanken auch noch auf www.sag-uns-deine-meinung.de (oder so ähnlich) im Schweiße seines Angesichts aufschreiben. Trendforscher und Planetopia Online nennen sowas dann "Crowdsourcing", humanistische gebildete Autoren der Süddeutschen Zeitung sprechen seit kurzem von "dialektisches Marketing".
Ich aber möchte von der Werbung nichts gefragt werden. Woher soll ich denn wissen, ob das Auto schrecklich oder hässlich ist - vielleicht ist es ja "so mittel"? Das ist doch die Aufgabe der Werbung: mir das zu erklären, damit ich nicht selbst darüber nachdenken muss. Und wer sollte auch auf www.sag-uns-deine-meinung.de gehen und seine Meinung sagen? Die Leute haben doch beim Fernsehen so viel Schöneres zu tun. Auf dem Sofa sitzen bleiben, zum Beispiel. Am Ende müssen sich dann doch wieder die jungen Praktikanten aus dem Volvo-Unternehmen Usernamen und Meinungen ausdenken, damit die Seite gefüllt wird. Daher fordere ich die alten Autowerbungen zurück, mit tollen Wagen, hübschen Menschen und kurvigen Straßen. Oder wenigstens mit irgendwas Lustigem, Hauptsache ich werde nichts gefragt. Meine Mutter fragt mich nämlich schon genug.
So bei der aktuellen Werbung für den neuen Volvo C30, von der man ständig gefragt wird, wie man denn das Auto nun findet: Schrecklich? Schön? Verschreckt? Verliebt? Weg damit? Her damit? Nicht nur, dass man sich darüber Gedanken machen soll, nein, man soll die Gedanken auch noch auf www.sag-uns-deine-meinung.de (oder so ähnlich) im Schweiße seines Angesichts aufschreiben. Trendforscher und Planetopia Online nennen sowas dann "Crowdsourcing", humanistische gebildete Autoren der Süddeutschen Zeitung sprechen seit kurzem von "dialektisches Marketing".
Ich aber möchte von der Werbung nichts gefragt werden. Woher soll ich denn wissen, ob das Auto schrecklich oder hässlich ist - vielleicht ist es ja "so mittel"? Das ist doch die Aufgabe der Werbung: mir das zu erklären, damit ich nicht selbst darüber nachdenken muss. Und wer sollte auch auf www.sag-uns-deine-meinung.de gehen und seine Meinung sagen? Die Leute haben doch beim Fernsehen so viel Schöneres zu tun. Auf dem Sofa sitzen bleiben, zum Beispiel. Am Ende müssen sich dann doch wieder die jungen Praktikanten aus dem Volvo-Unternehmen Usernamen und Meinungen ausdenken, damit die Seite gefüllt wird. Daher fordere ich die alten Autowerbungen zurück, mit tollen Wagen, hübschen Menschen und kurvigen Straßen. Oder wenigstens mit irgendwas Lustigem, Hauptsache ich werde nichts gefragt. Meine Mutter fragt mich nämlich schon genug.
larsweisbrod - Konsum ist eine Lösung - 14. Jan, 22:18
