„Du bist immer so schnell.“
Dies ist mein langsamster Text. Und mein leisester. Ich schleiche auf Wortspitzen, ich spähe um Satzecken, mache Halt hinter jedem Komma, hinter jedem Punkt, verstecke mich eine Weile dort, atme einige Jahrhunderte erzählte Zeit und lange Vokale. Es ist kein weiter Weg bis zum letzten Wort und ich lasse mir Zeit, schlendere durch die Buchstaben, gehe zwei ausartikulierte Konsonanten vor, gege, und einen zurück, eg.
Die Worte meines langsamsten Textes schreiten in einer erhabenen Prozession vorüber, die Worte meines leisesten Textes tragen Samt-Schläppchen und nicht eine Zeile knirscht unter ihren Versfüßen. Hier gibt es keine Zeilensprünge, höchstens ein Zeilengleiten auf dem still und glatt daliegenden Wörter-See.
Die Satzzeichen meines langsamsten Textes sind schwer und behäbig, jeder Punkt drückt die Zeile nieder und bleibt für immer an jener Stelle liegen, jedes Komma hängt sich mit all seinem Gewicht hinter ein Wort und wird es niemals verlassen. Die Satzzeichen meines leisesten Textes sind ruhige Gesellen, die Klammern stehen (in gebückter Haltung) dort und sagen nichts, außer manchmal im Flüsterton: „Hier drin ist nicht so wichtig.“ Mein langsamster, mein leisester Text, hat das Ausrufezeichen auf die Insel der unbeliebten Satzzeichen geschickt, in den Lauten Ozean. Im Stillen Ozean, da fließt mein leisester Text, mein langsamster Text, strandet manchmal an unbesiedelten Inseln, die schweigend in der Sonne liegen und auf denen nur schwerfällige Reptilien leben, die sich sonnen und nicht viel bewegen.
Die Buchstaben meines langsamsten Textes dehnen und strecken sich gerne. Sie räkeln sich im Sand der unbewohnten Inseln und die Vokale halten am liebsten ein H an der Hand und das P meines leisesten Textes liebt das T und behütend nehmen sie die kleinen und fast noch zu wilden s in ihre Mitte und bilden mit ihnen ein leises „Pssst“, auf dass sich die kleinen s an die Stille meines leisesten Textes gewöhnen.
Dies ist mein langsamster Text. Und mein leisester. Er ist oft müde und schläft viel. Eines Tages wird er nicht mehr aufwachen und ich werde mir wieder anhören müssen, ich sei immer so schnell.
Die Worte meines langsamsten Textes schreiten in einer erhabenen Prozession vorüber, die Worte meines leisesten Textes tragen Samt-Schläppchen und nicht eine Zeile knirscht unter ihren Versfüßen. Hier gibt es keine Zeilensprünge, höchstens ein Zeilengleiten auf dem still und glatt daliegenden Wörter-See.
Die Satzzeichen meines langsamsten Textes sind schwer und behäbig, jeder Punkt drückt die Zeile nieder und bleibt für immer an jener Stelle liegen, jedes Komma hängt sich mit all seinem Gewicht hinter ein Wort und wird es niemals verlassen. Die Satzzeichen meines leisesten Textes sind ruhige Gesellen, die Klammern stehen (in gebückter Haltung) dort und sagen nichts, außer manchmal im Flüsterton: „Hier drin ist nicht so wichtig.“ Mein langsamster, mein leisester Text, hat das Ausrufezeichen auf die Insel der unbeliebten Satzzeichen geschickt, in den Lauten Ozean. Im Stillen Ozean, da fließt mein leisester Text, mein langsamster Text, strandet manchmal an unbesiedelten Inseln, die schweigend in der Sonne liegen und auf denen nur schwerfällige Reptilien leben, die sich sonnen und nicht viel bewegen.
Die Buchstaben meines langsamsten Textes dehnen und strecken sich gerne. Sie räkeln sich im Sand der unbewohnten Inseln und die Vokale halten am liebsten ein H an der Hand und das P meines leisesten Textes liebt das T und behütend nehmen sie die kleinen und fast noch zu wilden s in ihre Mitte und bilden mit ihnen ein leises „Pssst“, auf dass sich die kleinen s an die Stille meines leisesten Textes gewöhnen.
Dies ist mein langsamster Text. Und mein leisester. Er ist oft müde und schläft viel. Eines Tages wird er nicht mehr aufwachen und ich werde mir wieder anhören müssen, ich sei immer so schnell.
nadjaschlueter - Gegendarstellungen - 8. Jan, 22:40
